Details zu 10.14361/9783839443279-015

Thomas Pekar
Zum Innenraumdiskurs in Robert Musils Roman Der Mann ohne Eigenschaften Transkulturelle Perspektiven im Blick auf Japan
DOI: 10.14361/9783839443279-015
 
Thomas Pekar untersucht in seinem Beitrag Innenraum- bzw. Wohnungsdarstellungen in Robert Musils Roman »Der Mann ohne EIgenschaften« im Zusammenhang mit dem zeitgenössischen Innenraum-Diskurs um 1900. Die moderne Architektur und Inneneinrichtung forderte einfache und exakte Formen (wie im Bauhausstil) und problematisierte traditionelle Wohnformen. Diese Modernisierungen geschahen, wie in dem Beitrag exkursartig herausgearbeitet wird, wesentlich durch die Rezeption der tradtionellen japanischen Innenräume, die man vor allem als »leer« empfand. An dem modernen Innenraumdiskurs knüpft Musil einerseits an, insofern er auf die Antiquiertheit von etwa feudalen oder bürgerlichen Wohnformen verweist; andererseits geht er aber auch auf Distanz zu einem beispielsweise von Le Corbusier geforderten Wohnfunktionalismus. Musil gibt keine eindeutige Antwort auf die Frage nach dem »richtigen« Wohnen in der Moderne, anerkennt aber ihre Relevanz, da er sie mit der Frage nach dem »richtigen« Leben verkoppelt.
 
Leseprobe