Details zu 10.14361/9783839443279-021

Mechthild Duppel-Takayama
Unverbindliches Wohnen in der japanischen Gegenwartsliteratur Yoshimoto Bananas Kitchin und Murata Sayakas Konbini ningen
DOI: 10.14361/9783839443279-021
 
Mechthild Duppel-Takayama untersucht in ihrem Beitrag zwei Werke der japanischen Gegenwartsliteratur - »Kitchen« (1988) von Yoshimoto Banana und »Die Ladenhüterin« (2016) von Murata Sayaka - im Zusammenhang mit der sozialökonomischen Situation ihrer Entstehungszeit. Der Einbezug von Überlegungen Watsuji Tetsuros zum »japanischen Haus« mit klarer Innen/Außen-Trennung verdeutlicht die Auswirkung gesellschaftlicher Entwicklungen auf das traditionelle Wohnkonzept: In »Kitchen« forcieren beliebig gewordene soziale Beziehungen die Abkehr von dem bei Watsuji vorausgesetzten familiengebundenen Wohnen hin zu einer distanzierteren, aber Schutz nach außen bietenden alternativen Gemeinschaft. Wachsende Vereinzelung und die Unfähigkeit zu sozialer Interaktion, wie sie in »Die Ladenhüterin« gezeigt werden, resultiert dort in einer Umkehrung: Der Arbeitsplatz übernimmt die Funktion des geschützten (Wohn-)Raums, symptomatisch für die Fragwürdigkeit gegenwärtiger Wohn- und Lebensformen.
 
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