Details zu 10.14361/9783839443521-009

Ibrahim Kanalan, Markus Krajewski, Hanna Geks
Das Menschenrecht auf Gesundheit und die medizinische Versorgung irregulärer Migrant_innen
Vulnerabilität diesseits der Grenze
DOI: 10.14361/9783839443521-009
 
Der Beitrag untersucht die besondere Vulnerabilität irregulärer Migrant_innen und zeigt die rechtlichen Grundlagen sowie tatsächlichen Gegebenheiten des Zugangs zu Leistungen der medizinischen Versorgung für irreguläre Migrant_innen auf. Dabei wird deutlich, dass bereits auf der Ebene des geltenden Rechts nur ein eingeschränkter Versorgungsumfang gewährt wird. Selbst dieser wird faktisch oft nicht wahrgenommen, da die Inanspruchnahme von den Betroffenen eigentlich zustehenden Leistungen negative aufenthaltsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Diese Rechts- und Sachlage wird an internationalen menschenrechtlichen Standards in der Konkretisierung durch die zuständigen Vertragsausschüsse der einschlägigen Übereinkommen und anderer Institutionen der Vereinten Nationen gemessen. Vor diesem Hintergrund zeigt sich, dass sich die menschenrechtlichen Verpflichtungen der Bundesrepublik nicht in der Ermöglichung eines theoretischen Zugangs irregulärer Migrant_innen zu Gesundheitsleistungen erschöpfen, sondern dass Deutschland verpflichtet ist, den Zugang auch tatsächlich zu ermöglichen.
 
Leseprobe