Details zu 10.14361/9783839443880-012

Toni Hildebrandt
Die Wüste als absolute Gegenmetapher der Quelle
Zur Metaphorologie der Nach- und Endzeit von Kunst und Geschichte
DOI: 10.14361/9783839443880-012
 
Als absolute Metapher verweist die Wüste seit dem 20. Jahrhundert sowohl auf den Entwurf einer Endzeit wie die Idee des posthistoire. Sie eröffnet damit nicht zuletzt Fragen nach der Umbesetzung, Profanierung oder Verschiebung eschatologischer, apokalyptischer und postapokalyptischer Narrative und ihrer Darstellbarkeit durch die Kunst. Damit stellt sich die Frage nach dem Verhältnis von Metaphorologie und Bildkritik, der absoluten Metapher als der kulturwissenschaftlichen Schlüsselfigur einer »Logik der Phantasie« und den Darstellungsmöglichkeiten der Künste, die es schließlich überhaupt erst nahelegen, einer Logik der Begriffe eine andere Denkweise ihrer »vorbegrifflichen« Metaphern zur Seite zu stellen. Was sich von der konkreten vegetationslosen oder vegetationsarmen, anökumenischen Geomorphologie der Wüste als Landschaft in die absolute Metapher einschreibt, lässt sich oft nicht leicht und sicher nicht abschließend beantworten. Denn was »die Wüste« für Kunst und Geschichte sein kann, lässt sich weder auf einen Begriff bringen noch von der Imagination lösen, die sich an der Metaphorizität bildlicher Vorstellungen entfaltet.
 
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