Details zu 10.14361/9783839445136-008

Felix Girke
Das Bildnis des General Aung San
DOI: 10.14361/9783839445136-008
 
Im Februar 2015 jährte sich der Geburtstag des General Aung San zum hundertsten Mal. Kurz vor Vollendung der Unabhängigkeit Burmas 1947 durch Rivalen ermordet, wird er als der Gründer der modernen Armee des Landes verstanden. Seine Tochter Aung San Suu Kyi betrat die politische Bühne des schon bald von einer Militärregierung kontrollierten Lands in den 1980ern und wurde zur Symbolfigur des Widerstands gegen eben diese Armee. Aung Sans Erbe ist entsprechend problematisch, doch die Kraft seiner oft strategisch zur Schau gestellten Porträts bleibt auch im gegenwärtigen Myanmar ungebrochen: Das Bildnis des Märtyrers Aung San ist zu einer säkularen Ikone geworden, die eine Forderung nach absoluter Hingabe transportiert. Das Gedenken an Aung San bleibt damit ein dynamisches Element der fortdauernden Krise des Landes und symbolisiert Nostalgie wie Hoffnung - dabei ist es jedoch in auffälligem Maße an Objekte wie das Porträt sowie an andere Dinge und Orte gebunden, die Affekt und Evokation fördern, aber keine analytische Reflektion erfordern.
 
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