Details zu 10.14361/9783839445587-006

Andreas Folkers, Katharina Hoppe
Von der Modernisierung zur Ökologisierung. Werden und Biopolitik bei Deleuze/Guattari und Haraway
DOI: 10.14361/9783839445587-006
 
Der Beitrag entwickelt anhand der Arbeiten von Gilles Deleuze und Félix Guattari einerseits und Donna Haraway andererseits ein alternatives Konzept des Werdens, das sich vom vorherrschenden soziologischen und biologischen Evolutionsdenken unterscheidet. Werden wird nicht lediglich als Differenzierungs- und Abgrenzungsgeschehen aufgefasst, sondern als Komplizierungs- und Relationierungsprozess unterschiedlicher lebendiger und nicht-lebendiger Wesenheiten betrachtet. Der Beitrag entfaltet ein solches Konzept des Werdens bei Deleuze und Guattari als rhizomatisches, symbiotisches und ökologisches Werden, bevor dieses in ein Verhältnis mit Haraways Idee weltlichen Werdens in ein Gespräch gebracht wird. Damit leistet der Text in zweierlei Hinsicht einen Beitrag zu (lebens)soziologischen Debatten. Er zeigt erstens, inwiefern sich Ökologisierung als Verschränkung unterschiedlicher Lebewesen in hybriden Naturkulturen als Alternative zur Modernisierung als Differenzierung von Natur und Gesellschaft verstehen lässt. Zweitens entwickelt er ein Konzept affirmativer Biopolitik, das die Verwundbarkeit und Endlichkeit des Lebens miteinbezieht.
 
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