Details zu 10.14361/9783839445587-013

Heike Delitz
Das soziale Werden und die Fabulationen der Gesellschaft. Umrisse einer bergsonianischen Soziologie
DOI: 10.14361/9783839445587-013
 
Heike Delitz rekonstruiert diejenige soziologische Denkweise, die dem Werk Henri Bergsons folgt – seiner Neubestimmung aller philosophischen Fragen entlang der temporalen Qualität, des kontinuierlichen und unvorhersehbaren Anders-Werdens (durée). Bereits bei Bergson selbst und im Anschluss an ihn bei differenten französischen Autoren werden – wie der Beitrag skizziert – vier Aspekte der soziologischen Theorie neu konfiguriert: Es gibt eine genuin bergsonianische, nicht-cartesianische Sozialtheorie; es gibt eine bergsonianische, vom Problem des sozialen Werdens und nicht der sozialen Ordnung ausgehende Gesellschaftstheorie; es gibt eine spezifische vergleichende, nicht-evolutionistische Methodologie, und der Bergsonismus entfaltet schließlich eine eigene Form der Kritik, insbesondere in Gestalt Georges Canguilhems – eine Kritik der modernen Gesellschaft und ihres (soziologischen) Wissens im Namen des Lebens, der Freiheit, des Neuen.
 
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