Details zu 10.14361/9783839445921-010

Hanno Depner
Zeitdiagnosen als ethisch-politische Strategien
»Bilderflut« in Bildwissenschaft und Visual Culture Studies
DOI: 10.14361/9783839445921-010
 
Hanno Depner weist darauf hin, dass die Narrativität es vermag, kritische Rezipienten zu einem autonomen Urteil und einer praktischen Selbstverortung zu drängen. Zeitdiagnosen können somit gerade in ihrer Fiktionalität und wegen ihres Deutungsreichtums als Strategien verstanden werden, die einen Freiraum der Stellungnahme eröffnen und - anders als bloße Daten in ihrer Stilisierung als Fakten - eine wissenschaftskonsumistische Haltung in der Rezeption verhindern. Im Mittelpunkt des Beitrages steht die Auseinandersetzung mit der Zeitdiagnose einer »Bilderflut«, expliziert als Strategie einer aufklärerisch verstandenen Bildtheorie, welche auf der Nicht-Hintergehbarkeit von Bildern beharrt. Wenn auch diese Strategie nicht notwendig aufgehen muss, so sind ihre Erfolgsaussichten - wie an der unterschiedlichen Umsetzung durch Gottfried Boehm und W.J.T. Mitchell plausibel gemacht wird - nicht allein vom Zufall abhängig, sondern von der Art ihrer Umsetzung.
 
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