Details zu 10.14361/9783839446034-011

Annika Hoppe-Seyler, Christiane Stephan, Matthias Lahr-Kurten
Praktikentheorie und Emotion/Affekt
DOI: 10.14361/9783839446034-011
 
Das Kapitel von Annika Hoppe-Seyler, Christiane Stephan und Matthias Lahr-Kurten setzt sich aus praktikentheoretischer Perspektive mit Fragen nach der Konstitution, der Bedeutung und der Erforschbarkeit von Emotionen und Affekten in sozialen Praktiken auseinander. In einem ersten Schritt wird auf konzeptioneller Ebene Schatzkis Terminologie hinsichtlich der teleoaffective structures als einem Mechanismus zur Ordnung und Verbindung sozialer Praktiken genauer beleuchtet. In einem zweiten Schritt kann davon ausgehend auf mögliche Leerstellen hingewiesen werde, die eine vertiefte Beschäftigung mit Aspekten des Emotionalen rechtfertigen. Als Grundlage für diese Auseinandersetzung schließt im dritten Schritt ein Überblick über bisherige konzeptionelle Herangehensweisen an Emotion und Affekt in der Humangeographie an. Aufbauend auf eigenen empirischen Forschungsergebnissen wird im vierten und abschließenden Schritt das pragmatistische Konzept der Erfahrung als sinnvolle Ergänzung zu bestehenden Theorien vorgestellt und diskutiert. Dieses ermöglicht mit seiner Fokussierung auf die emotionale Dimension von Erfahrungen den Blick verstärkt auf das singuläre, situative Erfahrung-machen zu richten und damit sowohl die Herausbildung regelhafter Praktiken und Routinen, als auch Verschiebungen und Brüche von Praktiken nachzuzeichnen. Es wird deutlich, dass insbesondere intensive emotionale Erfahrungen sich in die Träger von Praktiken (hier v.a. Menschen und Tiere) in Form gewisser Pfadabhängigkeiten einschreiben, sprich: die Teilnahme an bestimmten (als positiv empfundenen) Praktiken wahrscheinlicher machen als andere, so es die situativen Rahmenbedingungen zulassen.
 
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