Details zu 10.14361/9783839446348-003

Michel Pauly
Karl IV. und sein Halbbruder Wenzel. Das Herzogtum Luxemburg und Karls Politik im Westen des Reiches
DOI: 10.14361/9783839446348-003
 
Der Beitrag beleuchtet die Politik Karls IV. in Bezug auf das Herzogtum Luxemburg. Hatte er nach dem Schlachtentod seines Vaters Johann (1346) zunächst selbst die Herrschaft in Luxemburg übernommen, bequemte er sich 1353 dazu, sie wie im Testament Johanns vorgesehen, seinem Halbbruder Wenzel zu überlassen, der Johanna von Brabant geheiratet hatte und fortan vor Ort die Interessen der Dynastie und des Reiches vertrat. Es ging Karl IV. darum, sowohl in Oberlotharingien Frankreich entgegenzutreten und in Niederlotharingien die Ansprüche der Wittelsbacher einzugrenzen. Da die Ehe Wenzels mit Johanna kinderlos blieb, hatten die Luxemburger gehofft, im Westen des Reiches das Erbe Luxemburgs und Brabants anzutreten. Doch Karl musste einsehen, dass ein Großterritorium Luxemburg in diesem Raum nicht mehr durchzusetzen war und bevorzugte den Erwerb Brandenburgs. Als Wenzel vor seiner älteren Ehefrau (1383) starb, übertrug Johanna Brabant und Limburg an Margarete, die Tochter ihrer Schwester, die mit Philipp dem Kühnen von Burgund verheiratet war.
 
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