Details zu 10.14361/9783839446539-002

Karsten Uhl
Der Erste Weltkrieg als Ausgangspunkt der Humanisierung des Arbeitslebens
Der Beginn des staatlichen und unternehmerischen Interesses am »menschlichen Faktor« in der Produktion
DOI: 10.14361/9783839446539-002
 
Der Beitrag arbeitet die katalytische Funktion des Ersten Weltkrieges für die weitere Diskussion um die Vereinbarkeit von Rationalisierung und Humanisierung des Arbeitslebens im 20. Jahrhundert heraus. 1917 drängte das deutsche Rüstungsministerium staatliche Rüstungsbetriebe, Fabrikpflegerinnen einzustellen. Als wirkungsvolles Druckmittel zur Verbreitung dieser Maßnahme wurde auch die Vergabe von Rüstungsaufträgen an die Privatwirtschaft an diese Voraussetzung gekoppelt. Noch während des Krieges wurde die Ausbildung dieser Fabrikpflegerinnen institutionalisiert. Ähnliche Diskussionen über das während des Krieges zum Massenphänomen gewordene »Problem« der Frauenarbeit in der Industrie wurden auch in anderen europäischen Staaten und den USA geführt. Ein wichtiger Markierungspunkt ist hierfür die wichtige Rolle, die solche Fragen in dem wichtigsten englischsprachigen Werk zur Industriearchitektur von Moritz Kahn spielen.
 
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