Details zu 10.14361/9783839446973-006

Brigitte Sölch
Vauban und Ledoux in Regionalmuseen oder: Architektur und politische Raumbildung als museale Herausforderung. Ein Gedankenspiel
DOI: 10.14361/9783839446973-006
 
Raumkult - Kultraum wird im Beitrag von Brigitte Sölch als Rahmen für die Frage nach der Auseinandersetzung mit dem Territorium verstanden, das einen sozial zugehörigen Raum meint und die architektonische Planung genauso wie das Ausstellen von Architektur betreffen kann. Die Betrachtung setzt einerseits ein dynamisches Verständnis der Beziehung zwischen »Zentrum« und »Peripherie« voraus und tangiert andererseits die historische Vorstellung des politischen Raums. Seit um 1800 galt dieser nicht mehr als ein vom Zentrum in ein potenziell grenzenloses Außen strahlender, sondern als ein von Grenzen umschlossener Raum. Am Formierungsprozess dieser Raumvorstellung hatten französische Zivilarchitekten internationalen Rangs wie Sébastien Le Prestre de Vauban (1633-1707) und Claude-Nicolas Ledoux (1736-1806) ante litteram bereits Anteil. Sie wirkten an soziopolitischen Visionen wie auch an der materiell-physischen Gestaltung des Territoriums mit, weshalb ein besonderes Augenmerk auf ihre museale Präsentation zu richten sein wird. Zu fragen ist, wie die Architekturgeschichte, in dem Fall Frankreichs, heute museal vermittelt wird - und dies nicht nur in Paris, sondern auch in einzelnen Regionen des Landes? Zur Annäherung an diese Frage in Form eines Gedankenspiels, das die Thematik der Gemeinschaftsbildung aus einem säkularen Blickwinkel betrifft, lohnt der Blick auf Burgund, das mit dem Pariser Hof traditionell eng verbunden war, und die Franche Comté, die erst 1678 Frankreich einverleibt wurde.
 
Leseprobe