Details zu 10.14361/9783839447338-007

Anna Klieber
Das Beispiel Konstantin Radaković
Zur Schnittstelle zwischen Philosophie und Soziologie im Kontext des Nationalsozialismus
DOI: 10.14361/9783839447338-007
 
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Konstantin Radakovic als einem Vertreter sowohl der Philosophie als auch der sich entwickelnden Soziologie an der Karl-Franzens-Universität Graz im Kontext der Zeit des Nationalsozialismus. Radakovic legt im Oktober 1938 als Reaktion auf den »Anschluss« Österreichs an NS-Deutschland seine Lehrberechtigung (symbolisch) nieder – im November 1938 wird ihm seine Lehrbefugnis als Gegner der nationalsozialistischen Regierung formell entzogen. Er muss emigrieren und kehrt 1945 nach Graz zurück, wo er einen essentiellen Beitrag zur (Re-)Etablierung der Soziologie und Philosophie an der Karl-Franzens-Universität leistet. Mit Radakovic wird über eine Person diskutiert, die sich an der Schnittstelle zwischen Soziologie und Philosophie bewegt – vor 1945 sowie danach –, dessen Wirken aber insbesondere im Hinblick auf die genannte Schnittstelle bisher wenig fokussiert wurde. Dieser Beitrag will daher die verschiedenen und zerstreuten Informationen zu Radakovic zusammentragen, sie in der institutionellen Entwicklung der Soziologie im Grenzgebiet der Philosophie verorten und den Fokus auf Radakovics Person in Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus legen: In welchem Ausmaß äußerte Radakovic sich zum Nationalsozialismus auch nach 1945 (und in welchem Ausmaß äußerte er sich nicht?). Was muss anhand der vorhandenen Quellenlage thematisiert werden, welche Schlüsse kann man aus den vorhandenen Informationen ziehen – und welche nicht?
 
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