Details zu 10.14361/9783839448076-013

Olivia Spiridon
Vom Eisernen Tor zum Eisernen Vorhang
Donaulandschaften in den deutschsprachigen Literaturen Südosteuropas
DOI: 10.14361/9783839448076-013
 
Donaulandschaften entstanden in den deutschsprachigen Literaturen Südosteuropas als Projektionsfläche von Befindlichkeiten in sich wandelnden Kontexten. Wie zu Beginn skizziert wird, fungiert die Donau in der Literatur der deutschen Minderheiten aus dem Süden und Südosten der Habsburgermonarchie identitätsstiftend – sie findet nach Ende des Ersten Weltkriegs mit der Bezeichnung »Donauschwaben« Eingang ins kollektive Gedächtnis dieser deutschsprachigen Gemeinschaften. Eine radikale Veränderung der literarischen Kommunikation trat für die hinter dem Eisernen Vorhang verbliebenen deutschen Minderheiten nach Ende des Zweiten Weltkriegs ein. Anhand von Jurij Lotmans räumlich gestaltetem Modell für Nichträumliches und Soziales werden Donaulandschaften analysiert, die in der »Mitte« und an Randlagen des zentralistisch verwalteten und überwachten Literaturbetriebs entworfen wurden. Diese einander widersprechenden Darstellungen der Donau lesen sich wie literarische Repliken auf die Zeitgeschichte und sind für die Verortung dieser Literaten kennzeichnend.
 
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