Details zu 10.14361/9783839448441-003

Dorothee Beck
Arenen für Angriffe oder Arenen der Akzeptanz?
Medien als Akteure in ,Genderismus'-Diskursen
DOI: 10.14361/9783839448441-003
 
Nachrichtenmedien sind keine neutralen oder 'objektiven' Beobachter_innen gesellschaftlicher Genderismus-Diskurse. Sie betätigen sich vielmehr als eigenständige Akteur_innen weitgehend unabhängig von externen Ereignissen. Das ist der zentrale Befund des Projekts »'Genderismus' in der medialen Debatte«, dessen Ergebnisse in dem Beitrag diskutiert werden. Danach scheinen geschlechtliche Vielfalt als Praxis und entsprechende pädagogische Konzepte immer weniger umstritten zu sein, auch in den Kommentaren von Leser_innen. Hingegen haben mediale Beiträge zu den Themen Gender Studies und geschlechterbewusste Sprache auch in liberalen Medien einen überwiegend negativen bis diffamierenden Tenor. Bei Männlichkeits-Themen zeigt sich ein thematischer Verlauf von Diskursen über eine vermeintliche Krise der Männlichkeit hin zu medialen Plädoyers für wehrhafte Männlichkeit. Dies lässt sich als Versuche zur Resouveränisierung traditioneller Männlichkeits-Konzepte interpretieren. Auch zwischen den Ressorts sind Unterschiede zu erkennen. Während das Feuilleton und human-interest-Seiten als Labors für Entnormierungen fungieren, werden in den Politik- und Nachrichtenressorts die eigentlichen gesellschaftlichen Kämpfe ausgefochten.
 
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