Details zu 10.14361/9783839448533-004

Nikolai Roskamm
Die Stadt der Dinge
DOI: 10.14361/9783839448533-004
 
Die Zuwendung zum Ding und zum Objekt ist etwas, was aktuell viele sozialtheoretisch engagierte Debatten in unterschiedlichen Wissensfeldern bewegt und auch in den urbanistischen Planungswissenschaften diskutiert wird. In der Stadtforschung geht es unter der Überschrift der urban assemblages um das Verhältnis zwischen den Dingen und dem Sozialen, um die Verfasstheit jenes Verhältnisses und um die Revision eines lange eingeübten Blickes, mit dem – so die These – an den Dingen vorbeigeschaut worden ist. Die assemblages werden konstruiert als materielle, heterogene und praxisbasierte Grundlage des Sozialen. Es ist der Fokus auf die Dinge, der den Ansatz der urban assemblages zusammenhält und der ihn gleichzeitig von anderen Theorieschulen in der kritischen Stadtforschung abgrenzt. Der vorliegende Beitrag wirft einen Blick darauf, was das Denken des Dings beinhaltet, wie es aufgebaut ist, was es impliziert. Dafür werden die verschiedenen Herkünfte des Konzepts betrachtet, insbesondere die Inhalte, Thesen und Kontexte bei Durkheim, Heidegger, Lacan und Latour. Im Ergebnis der Zusammenschau werden die urbanen Eigenschaften des Dings diskutiert und auch, wie die Berücksichtigung der Dinge das Nachdenken über das Städtische beeinflusst.
 
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