Details zu 10.14361/9783839448533-008

Monika Kurath, Julio Paulos
Materielle Partizipation in der Stadtplanung
DOI: 10.14361/9783839448533-008
 
In diesem Artikel vertreten wir ein relationales Verständnis von Planung, im Rahmen dessen unterschiedliche Akteure ihre gemeinsamen Interessen und deren Legitimität kontinuierlich untereinander abstimmen. Ausgehend vom Konzept der materiellen Partizipation diskutieren wir am Fall zweier Planungsvorhaben in Wien, wie sich das Ideal, Bürgerinnen und Bürger möglichst früh und lebensweltnah in Stadterneuerungsvorhaben einzubinden, auf die Verhandlung der Stadtplanungsvisionen, der eingebrachten Interessen und der wahrgenommenen Legitimität des Verfahrens auswirkt. Dabei zeigen wir auf, dass die Beteiligung von Bürgerinnen und Bürger die Planungspraxis insofern prägt, als ein traditionell eher technisch geprägter politischer Prozess für individuelle Verhandlungen an spezifischen Orten urbanen Wandels geöffnet wird. Tendenziell findet in diesen Beteiligungsverfahren eine selektive Repräsentation der Bevölkerung statt. Nicht zuletzt zeigen die untersuchten Fälle, dass die im Rahmen der partizipativen Prozesse stattgefundene Beteiligung unterschiedlicher Interessen nicht zwingend zu einer höheren Legitimierung der erzielten Planungsergebnisse führt.
 
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