Details zu 10.14361/9783839448786-009

Katalin Cseh-Varga
Die Kritik der Kamera
Performative Fotografie im Ungarn der Siebzigerjahre
DOI: 10.14361/9783839448786-009
 
Für Künstler_innen der ungarischen Neoavantgarde besaß die Fotokamera eine »agency«-Funktion. Sie war ein aktiver Mitgestalter ihrer konzeptuellen Arbeiten. Der vorliegende Beitrag beschäftigt sich mit dem Phänomen der sog. performativen Fotografie, eine Aktion, die einerseits die Produktion der Bilder ausstellt und reflektiert, andererseits der Kamera sowie dem Bediener des Geräts eine gewisse Agency zuspricht. Die reflektierende Funktion der performativen Fotografie ist eigentlich eine kritische Funktion, die in diesem Aufsatz am Beispiel der Arbeiten von László Lakner und Akos Birkás in zweierlei Hinsicht untersucht werden: als Subversion einer verzerrt wahrgenommenen Ideologie mittels einer rekontextualisierten Ikonographie und als Zurückweisung einer visuellen Sprache, die durch offizielle Machtinstanzen vorgegeben war, die sich als probates Mittel erwies, um den Finger auf die zentralen Fragen nach der Funktion von Kunst und Künstlerschaft zu legen.
 
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