Details zu 10.14361/9783839449073-015

Anno Dederichs
Kategorisierungen, Diversity und komparative Perspektiven
China-Kompetenz und deren Abhängigkeit von der Wahrnehmung der »Anderen«
DOI: 10.14361/9783839449073-015
 
Sowohl in den Kultur- und Sozialwissenschaften als auch im öffentlichen Diskurs in Deutschland wurden und werden komparative Perspektiven auf China und Deutschland häufig unter dem Terminus ,Kultur' entwickelt. Kulturalistische Diskurse bilden nach wie vor eine zentrale Beschreibungsperspektive, wenn es auf deutscher Seite darum geht, in chinesisch-deutschen Wirtschaftskooperationen die Chinakompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu stärken. Kultur gilt dabei auch als unverfängliche Vergleichskategorie und wird sowohl als makroperspektivische Formel für gesamtgesellschaftliche Verfasstheit als auch – mikroperspektivisch – als Humankategorie in alltagsweltlichen Theoretisierungen über »die Eigenen« und »die Anderen« verwendet. Anhand einer Interviewstudie über Zusammenarbeit in chinesisch-deutschen Wirtschaftskooperationen wird gezeigt, wie die Wahl der Vergleichskategorien komparative Perspektiven beeinflusst, die Erkenntnisse und Interpretationen des Vergleichs leiten und so mitbestimmt, was Chinakompetenz bedeutet.
 
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