Details zu 10.14361/9783839449677-001

Monika Albrecht
Hierarchien, Asymmetrien – und Griechenland als Postkolonialismus-Verlierer
Statt einer Einleitung
DOI: 10.14361/9783839449677-001
 
Monika Albrecht geht in ihrem Beitrag davon aus, dass postkoloniale Theoriebildungen die Aufmerksamkeit auf Differenzkategorien wie »race« gelenkt haben, doch ignorant gegenüber innereuropäischen Machtasymmetrien und den Konditionen des europäischen Südens sind. Länder wie Griechenland wurden dadurch in gewisser Hinsicht zu Postkolonialismus-Verlierern. Diese als Denkanstoß gemeinte These wird schwerpunktmäßig an zwei Bereichen illustriert, an neugriechischer Literatur und an Rezeptionen der griechischen Antike wie der »Black Athena«-Debatte. Gezeigt wird, wie postkoloniale Diskurse auf eine Verschiebung von Wertschätzung bis hin zur Umwertung abzielen. Mit dem Vorschlag, Griechenland als »post-imperial« zu lesen, wird zudem (1) auf die Begrenztheit der postkolonialen Perspektive hingewiesen, (2) Griechenlands Rolle als erster unabhängiger Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches ernst genommen und (3) für eine multidirektionale Erweiterung der postkolonialen Perspektive plädiert.
 
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