Details zu 10.14361/9783839450413-004

Paul Michael Lützeler
Die Rolle der Literatur in der German Studies Association
DOI: 10.14361/9783839450413-004
 
Dieser Aufsatz diskutiert die Entwicklung der transatlantischen – und besonders amerikanischen – German Studies sowie den geringer werdenden Anteil der Arbeiten, die sich der Auseinandersetzung mit Literatur widmen. In den 1960er Jahren schlug Pierre Bertaux eine radikale Reform der Germanistik vor, wobei er sich von der Literatur wegbewegte und sich den politischen und historischen Studien zuwandte. Er hatte einen starken Einfluss auf die Entwicklung der Germanistik in den folgenden Jahrzehnten, als die in den 1970er Jahren gegründete German Studies Association (GSA) in den USA die Bedeutung interdisziplinärer Methoden unterstrich und sich den sozialen, kulturellen und politischen Wissenschaften gegenüber öffnete. Das führte bei Tagungen und Anthologien zu einer Abnahme von Beiträgen, die sich ausschließlich literarischen Fragen widmeten. Zudem entwickelte sich das Englische (anstelle des Deutschen) als lingua franca bei den Jahrestagungen der GSA, was sich als Nachteil für deutschsprechende Wissenschaftler*innen und für andere Tagungsteilnehmer, die nicht aus englischsprachigen Ländern kommen, herausstellte. Zusammenfassend wird festgehalten, dass man wieder die Wichtigkeit der Literatur bei German Studies entdecken sollte.
 
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