Details zu 10.14361/9783839450666-003

Winfried Freitag
Von Bruno Latours Assoziationen zu Theodore Schatzkis social sites
DOI: 10.14361/9783839450666-003
 
Winfried Freitag arbeitet in seinem Beitrag Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den Positionen Latours und Schatzkis heraus. Beide wenden sich gegen Soziologien, die allein von den Menschen und ihren Interaktionen ausgehen, der belebten und unbelebten Materie aber nur eine untergeordnete Rolle zubilligen. Beide weigern sich, zwischen einer Ebene der Individuen und einer der Strukturen oder Institutionen zu unterscheiden. Sie beharren auf einer flachen Ontologie, in der das Soziale stets von Neuem durch Assoziationen menschlicher und nicht-menschlicher Aktanten hervorgebracht wird. Anders als Latour, der alle Aktanten gleich behandelt sehen möchte, räumt Schatzki der menschlichen agency eine Sonderrolle ein. Sie werde neben Dingen stets auch von Praktiken bestimmt. Menschliches Zusammenleben, so seine zentrale These, »transpires as part of bundles of practices and material arrangements.« Solche Bündel nennt er social sites und definiert Geschichte als »the realm and course of past practice-arrangement nexuses.«
 
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