Details zu 10.14361/9783839451106-013

Jandra Böttger
Exposing Wonder
DOI: 10.14361/9783839451106-013
 
Jandra Böttger widmet sich in ihrem Beitrag dem »Staunen« aus ästhetischer und politiktheoretischer Perspektive. Obgleich wertneutral, verweist das Staunen auf Sehen als normative Praxis: Die Regel sieht, die Ausnahme bestaunt man. Staunen, obgleich ahnungslos, ist nicht unschuldig – von dieser These Walter Benjamins geht der Text aus. Staunen kann jedoch auch als Fähigkeit gedacht werden, das Besondere oder Neue zwischen dem Bekannten zu erkennen und sich davon affizieren zu lassen. Findet dieser Akt zunächst alleine statt, so ist das Staunen bei Sara Ahmed ein Stolpern über repressive, jedoch normalisierte Strukturen, die diese kontingent setzen und somit zur Disposition stellen. Das Staunen darüber, dass es so ist, wie es ist, nimmt den Status Quo nicht hin, sondern fragt nach dem »Warum?«. Die grammatikalische Unbestimmtheit des Terminus Exposure entspricht der Vielgestaltigkeit und Reziprozität von Macht und Verletzlichkeit im Akt des Staunens.
 
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