Details zu 10.14361/9783839451670-006

Cecilia Valenti
Kritik der Kritik
Der militante Dokumentarfilm der italienischen Neuen Linken zwischen Gegenermittlung und Selbstbefragung
DOI: 10.14361/9783839451670-006
 
Cecilia Valenti nimmt in ihrem Beitrag die Bild-Ton-Verhältnisse von drei Dokumentarfilmen der italienischen Neuen Linken aus den 70er Jahren in den Blick und zeigt, wie Fragen der Zeug_innenschaft und der Kollektivsubjektivierung einer sich selbst dokumentierenden Arbeiter_innenklasse mittels einer Pluralisierung von Stimmen verhandelt werden. In der negativen Geste militanter Dokumentarfilme und ihrer Selbsteinschreibung in politische Kämpfe, die vor allem als Momente direkter Konfrontation mit einer als Gegenüber mobilisierten Autorität inszeniert werden, macht Valenti dabei zugleich einen blinden Fleck ihrer Ästhetik aus, der schon in den 1970er Jahren von Seiten feministischer Aktivistinnen und Filmemacherinnen kritisiert und reflektiert wurde. Statt agonalen Gesten ein Pathos der Subversion abzugewinnen, untersuchen Filme feministischer Kollektive die Widersprüche und Potenziale verschiedener Modi der Demonstration, der Bewusstseinsarbeit und der Praxis im öffentlichen und domestischen Raum.
 
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