Details zu 10.14361/9783839452134-003

Stefan Laube
Von der Reliquie zum Ding – und zurück?
DOI: 10.14361/9783839452134-003
 
Der Titel des Beitrags von Stefan Laube spiegelt einen Verlauf, einen Prozess, den man räumlich, vor allem aber auch zeitlich ausfüllen kann. Säkularisierung, Moderne und Verweltlichung sind die Assoziationen, die man mit der Formel »Von der Reliquie zum Ding« verbindet. Diese Entwicklung machte sich eruptiv bereits in der Reformation bemerkbar. Überall, wo sich Protestanten durchsetzten, waren die in den Kirchen aufbewahrten Reliquien in ihrer Existenz bedroht. Wie verhält es sich nun umgekehrt, wenn das Ding zur Reliquie wird? Als Beispiele behandelt der Verfasser Kuriosa aus der Natur und Habseligkeiten von Martin Luther. Kann man hier sogleich von einer Sakralisierung sprechen? Die Pendelbewegung der Gegenstände – von der Reliquie zum Ding bzw. vom Ding zur Reliquie – regt an, die Sonde auf Umschlagspunkte zu lenken, die beim Gegenstand einen Wandel in der Zuschreibung bewirken, sei es, dass Motive der Idolatrie Auslöser sind oder Motive des Ikonoklasmus.
 
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