Details zu 10.14361/9783839452165-001

Oliver Dimbath, Lena M. Friedrich, Winfried Gebhardt
Einleitung in die Hölle
DOI: 10.14361/9783839452165-001
 
Wie steht es um die Hölle in spätmodernen Zeiten? Der Beitrag geht dieser nur vermeintlich negativ zu bescheidenden Frage nach, indem er klar macht, dass das der religiösen Semantik entstammende Konzept auch in säkularisierten Zeiten durchaus reale Sachverhalte sozialer Wirklichkeit treffend zu benennen vermag. Die soziologische Reflexion über den Begriff der Hölle richtet sich insofern nicht auf die Frage, ob es die Hölle gibt, sondern darauf, was gemeint ist, wenn von Hölle die Rede ist. Im Zentrum stehen sodann Überlegungen, die um unterschiedliche Spielarten der spätmodernen Rede von der Hölle kreisen und sie auf ihre Gemeinsamkeiten hin untersuchen. Dies mündet in die Einsicht, dass die Hölle heute weitgehend als emotional belastender Modus subjektiven Erlebens beschrieben wird, in dem der Eindruck umfassenden Kontrollverlusts mit dem von Auswegs- oder gar Hoffnungslosigkeit verbunden ist, der in der betreffenden Situation auf unabsehbare (in der Regel aber irgendwie begrenzte) Zeit fortbesteht und der schließlich einen konkreten Raum- und/oder Sozialbezug aufweist.
 
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