Details zu 10.14361/9783839452493-006

Judith Laister
»Eine gemeinsame Sprache finden, die jeder versteht…« (Gebrochene) Versprechen in der relationalen Kunst
DOI: 10.14361/9783839452493-006
 
Relationale Kunst zeichnet sich aus durch die Teilhabe sozialräumlich unterschiedlich positionierter Akteure am künstlerischen Produktionsprozess. Der Gestaltungsakt besteht dabei weniger in der Produktion eines abgeschlossenen Werks, sondern in der Herstellung von Beziehungen zwischen den involvierten Menschen, Institutionen und Dingen. Diesem Prozess widmet sich der Text anhand von drei Fallbeispielen in London (Jean-Francois Prost: Adaptive Actions, 2008), Linz (Fattinger/Orso/Rieper: BELLEVUE - Das Gelbe Haus, 2009) und Graz (Kristina Leko: Keine Denkmale. Zur Geschichte von Arbeit und Einwanderung, 2011). Sie wurden von der Autorin im Sinne einer »double agency« sowohl als interessierte Bürgerin mitgetragen als auch kulturanthropologisch erforscht, wobei als heuristische Leitfigur der Begriff der Übersetzung dient. Sein Gebrauch leitet sich aus der Spezifik des Feldes ab und findet in drei korrelational miteinander verknüpften Begriffsdimensionen Einsatz: (1) als »gouvernementale Dimension« mit Blick auf das Herstellen von (Macht-)Beziehungen zwischen den heterogenen Teilen des künstlerisch geknüpften Akteursnetzes; (2) als »epistemologische Dimension« im Sinne einer selbstreflexiven Untersuchung von Anthropologie als Übersetzung; (3) als »ästhetische Dimension« mit Blick auf ein Verständnis von Kunst als Übersetzungsarbeit zwischen dem künstlerischen und außerkünstlerischen sozialen Akteuren und Feldern. Ziel des Textes ist es, Genese und Gebrauch dieser Dimensionen des Übersetzungsbegriffs darzulegen und in Bezug auf die Konzeption des Un_übersetzten zu diskutieren.
 
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