Details zu 10.14361/9783839452493-008

Olaf Terpitz
Das Un_Übersetzte als Strategie der Subversion und Resilienz in jüdischen Literaturen
DOI: 10.14361/9783839452493-008
 
Seit europäischer Aufklärung und jüdischer Haskala sind die jüdischen Literaturen und Kulturen in hohem Maß geprägt von mehrsprachigen und transnationalen Kontexten und Erfahrungen, kurzum von Prozessen der Begegnung und Transformation. Diese waren (und sind) begleitet von unterschiedlichsten Übersetzungsvorgängen, die geprägt sind von sprachlicher Mobilität (etwa der Exophonie) und semantischer Deutungshoheit. Verschiedene Aspekte davon fanden Eingang in rezente Diskussionen zu Konzepten von Weltliteratur und Migrationsliteratur. Momente und Formen des »Unübersetzten« scheinen jedoch bereits in historischer Sicht als zentral für jüdische Literaturen auf. Dieser Beitrag diskutiert das »Unübersetzte« als literarische Strategie auf der Ebene der Diegese und der Rezeption, um auf Grundlage jüdischen Schreibens in Gegenwart und Vergangenheit den Einsatz von Sprache, Komödie oder Humor als Instrument von Widerständigkeit und Subversion darzustellen.
 
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