Details zu 10.14361/9783839453155-003

Stefanie Mayer
Anti-Gender-Diskurse – vom ›gesunden Menschenverstand‹ zur ›Politik mit der Angst‹
DOI: 10.14361/9783839453155-003
 
Der Beitrag fragt nach diskursimmanenten Gründen für die stark gestiegene Bedeutung von Anti-Gender-Diskursen für rechtspopulistische Strategien in den letzten zehn bis 15 Jahren. Warum wurde diese spezifische Artikulation antifeministischer, anti-queerer und homophober Positionen, die noch zur Jahrtausendwende kaum über fundamentalistisch-katholische Kreise hinaus bekannt war, zu einem zentralen Kampffeld rechter, autoritärer und rechtsextremer politischer Akteur*innen? Basierend auf der Analyse von Veröffentlichungen österreichischer antifeministischer Akteur*innen wird Antifeminismus als rechtspopulistischer Diskurs verstanden, der durch die Konstruktion eines doppelten Feindbildes eine identitäre Verbindung zwischen rechten und ihren Adressat*innen schafft. Aus dieser Perspektive wird der scheinbare Widerspruch zwischen der Verurteilung des Sexismus der »Anderen« und dem Beharren auf patriarchalen Geschlechter- und Sexualitätsordnungen als Strategie erkennbar, die die Transmission zentraler Fragmente rechtsextremer Ideologie in modernisierter Form erlauben.
 
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