Details zu 10.14361/9783839453414-006

Joris Atte Gregor
Intergeschlechtlichkeit als Kategorie zur Reflexion von Geschlechtlichkeit in der Sozialen Arbeit
Eine theoretische Kartographie
DOI: 10.14361/9783839453414-006
 
Im Artikel wird die Relevanz von Intergeschlechtlichkeit für das kulturelle System der Zweigeschlechtlichkeit – und damit nicht zuletzt für die Soziale Arbeit – aus theoretischer Perspektive vermessen. Das System der Zweigeschlechtlichkeit stabilisiert sich – neben den im zweiten Abschnitt genannten sozialen Konstruktionen – auch über die Erforschung, Vermessung, Versehrung und Tabuisierung intergeschlechtlicher Körper. Dabei beschränkt sich die Wirkmächtigkeit schulmedizinischer Kolonialisierungen von inter* Körpern gerade nicht auf den »westlichen« Raum, sondern wirkt in »nicht-westlichen« Kulturkreisen doppelt kolonialisierend, indem westliche und damit letztlich weiße Normen den Maßstab für den Umgang mit Inter* bilden. Der Artikel zeigt, dass Intergeschlechtlichkeit einen bedeutenden sozialen Gehalt im »westlichen« kulturellen System der Zwei(körper)geschlechtlichkeit aufweist und deshalb in seiner Komplexität in geschlechtssensible Reflexionen einfließen sollte. Dass wir heute ein derart tiefgehendes Verständnis von der Unterschiedlichkeit der zwei sozial relevanten Geschlechter männlich-weiblich haben, ist auch ein Produkt medizinischer Wissensproduktion zur Einordnung zwischengeschlechtlicher Körper in dieses System.
 
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