Details zu 10.14361/9783839453551-011

Henrik Simojoki, Jonathan Kühn
Religion, Anerkennungskultur und pädagogische Professionalität
Grundsätzliche und empirische Perspektiven auf eine komplexe Dimension schulischer Bildung von Geflüchteten
DOI: 10.14361/9783839453551-011
 
Der Beitrag untersucht mit pädagogischen Fachkräften über ihre Erfahrungen in der Arbeit mit Berufsintegrationsklassen geführte Interviews aus der Studie »Religion als Faktor in der beruflichen Bildung von Asylsuchenden und Geflüchteten« und ordnet die mittels der Qualitativen Inhaltsanalyse gewonnenen Ergebnisse anerkennungstheoretisch ein. Einerseits wird deutlich, dass Religion für nach 2015 zugewanderte Schülerinnen und Schüler mehrheitlich einen hohen Stellenwert hat und aus der Sicht der Lehrkräfte im Schulleben durchaus präsent ist. Andererseits wird sie von den Schülerinnen und Schülern häufig (als »privat«) ausgeblendet, sodass eine reflexive Auseinandersetzung mit eigenen wie fremden Positionen oder Praxen unterbleibt. Umso bedeutsamer erscheint es, die Religionssensibilität von Lehrkräften zu stärken sowie Schülerinnen und Schülern in Berufsintegrationsklassen Räume zur Entfaltung und Reflexion ihrer Religiosität zu öffnen. Darin besteht der originäre Beitrag von Schule zu einer Anerkennungskultur, die Religion als Teil kultureller Bildung begreift und neu zugewanderte Jugendliche dazu befähigt, sie sich als persönliche Ressource (weiter) zu erschließen.
 
Volltext