Details zu 10.14361/9783839453582-007

Pascale Herzig, Christian Mathis
»Das wäre jetzt unsere Burg«
Der Spielplatz als geschichtskulturelle Manifestation aus ethnographischer Perspektive
DOI: 10.14361/9783839453582-007
 
Herzig und Mathis stellen eine ethnographische Studie aus der Schweiz vor, die das freie Spiel von vier- bis sechsjährigen Kindern auf Spielplätzen untersucht. In die Studie wurden nur Spielplätze aufgenommen, die mit »historischen Klischees« und »Anleihen aus der Vergangenheit« ausgestattet sind. Die Autoren verstehen diese Spielplätze als geschichtskulturelle Manifestationen. Sie haben einen spezifischen Aufforderungscharakter und laden Kinder zu einem geschichtlich thematisierten Spiel ein. Die Forschungsfrage ist, ob und wie sich Kinder auf diese geschichtskulturellen Angebote einlassen. Zu diesem Zweck wurden Kinder beim Spielen auf diesen Spielplätzen beobachtet. Es wurden Beobachtungsprotokolle erstellt und Rewrites angefertigt. Die Daten wurden mit Hilfe der Grounded Theory Methodology ausgewertet. Es hat sich gezeigt, dass Kinder, wenn das Spielangebot zu groß und die Art des Angebots zu eindeutig ist, nur kurze Zeit an einem Spielort verweilen und ständig von einem Spielort zum anderen wechseln. Darüber hinaus kreieren Kinder in ihrem freien Spiel auf geschichtskulturellen Spielplätzen sinnvolle Geschichten, indem sie auf Elemente des historischen Wissens und Motive historischer Geschichten und Genres zurückgreifen, die sie kennen und teilen. Ihr Spiel kann somit im Sinne Schönemanns als Vermittler zwischen dem Geschichtsbewusstsein der Kinder und der sie umgebenden Geschichtskultur verstanden werden.
 
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