Details zu 10.14361/9783839453582-012

Christoph Kühberger
Indianer spielen
Eine kulturhistorische Perspektive auf Österreich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts
DOI: 10.14361/9783839453582-012
 
Dieser Beitrag beschäftigt sich mit dem in Österreich noch immer präsenten Phänomen des »Indianer Spielens«. Mit Verweisen auf die historischen Entwicklungen in den USA und Europa, vor allem am Ende des 19. Jahrhunderts, werden Aneignungsweisen der Figur des »Indianers« als zeitlich fixiertes und kaum veränderbares Zerrbild von Angehörigen der First Nations dargestellt. Anhand von Zeitungsberichten, Fotografien und Erinnerungen wird herausgearbeitet, welche Stereotype - ausgehend von Produkten der Geschichtskultur (Romane, Filme, Spielzeug etc.) - in Österreich in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts aktiviert wurden und welche Bilder in den Köpfen der Kinder entstanden, die sie im Spiel reproduzierten. Darüber hinaus werden methodische Fragen gestellt, wie man historische Spuren des Kinderspiels auffinden und wie man die Vorstellungswelten von Kindern in der Vergangenheit rekonstruieren kann. Der Beitrag schließt mit einer moralisch-ethischen Diskussion normativer Momente, die rassistische Komponenten ebenso thematisiert wie die These vom »genozidalen Spielen« oder die Herausforderungen einer fortgesetzten Aneignung.
 
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