Details zu 10.14361/9783839453582-016

Jürgen Erhard
Wandel und Kontinuität von historischen Themen in Spielzeugen von LEGO® und Playmobil®
Ein geschichtsdidaktischer Blick auf Gestaltung und Inszenierung der Kunststoffspielwelten
DOI: 10.14361/9783839453582-016
 
Der Beitrag widmet sich den Spielzeugen von LEGO® und PLAYMOBIL® mit historischen Themen als Elemente der Geschichtskultur. Die Beschäftigung mit den populären Kunststoffspielwelten der beiden Hersteller ist von geschichtsdidaktischer Relevanz, da davon auszugehen ist, dass der spielerische Umgang mit den dort angebotenen Darstellungen von Vergangenheit vor allem bei Kindern Vorstellungen von Geschichte bestimmt und somit Einfluss auf das Geschichtsbewusstsein nimmt. Deshalb sollen Wandel und Kontinuität der angebotenen Themen und die dort zu findenden gestalterischen und ideologischen Komponenten aufgezeigt und aus geschichtsdidaktischer Sicht evaluiert werden. Das umfangreiche Angebot von Spielzeugen mit historischen Themen der beiden Hersteller aus den 1970er Jahren bis 2016 wird dabei nach aufgegriffenen Epochen, geographischen Räumen und Thementypen untersucht. Ebenso wird die Ausgestaltung der Spielfiguren, Zubehörteile und Symbole sowie das Verhältnis zwischen Fantasy-Elementen und herkömmlicher historischer Darstellung und der Gegensatz von zivilgesellschaftlicher und Konfliktorientierung betrachtet. Das Ziel der diachronen Untersuchung ist eine Bestandsaufnahme und erste geschichtsdidaktisch inspirierte Auswertung als Grundlage für weitere Forschungen zu einem generationenübergreifenden Produkt der Spielwarenindustrie. Der Beitrag zeigt, dass über die Jahrzehnte die aufgegriffenen historischen Themen nahezu gleichblieben, während sich ab dem Jahr 2000 gestalterische Mittel und ideologische Komponenten veränderten. Die Ergebnisse bieten Anknüpfungspunkte für eine weitere Beschäftigung mit dem Untersuchungsgegenstand im Hinblick auf die Entwicklung des Geschichtsbewusstseins bei Kindern, aber auch für eine Betrachtung der Rolle der Eltern sowie der Hersteller- und Entwicklungsprozesse.
 
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