Details zu 10.14361/9783839454275-005

Martin Dinges
Körper und Gesundheit von Männern zwischen hegemonialer Männlichkeit und Selbstsorge
DOI: 10.14361/9783839454275-005
 
Im Konzept hegemonialer Männlichkeit werden physische und psychische Kosten der Konditionierung von Männern unterschätzt. In den Medien wird der Umgang von Männern mit ihrem Körper als inkompetent dargestellt. Kritik an mangelnder oder wehleidiger Aufmerksamkeit gegenüber Körpersignalen kann gesellschaftliche Anforderungen an männliches Durchhaltevermögen stützen. Die unterschiedliche Körpersozialisation von Jungen und Mädchen hat einen langen historischen Vorlauf und wirkt sich derzeit mit einer fünf Jahre geringeren Lebenserwartung der Männer aus. Tatsächlich ist seit gut 30 Jahren aber eine nachholende Medikalisierung der Männer zu beobachten: Sie rauchen weniger, der Alkoholkonsum geht zurück, sie nehmen Psychotherapeuten stärker in Anspruch, erhalten mehr Psychopharmaka und akzeptieren also eher Schwäche und Selbstsorge. Diese Trends sind alle stärker ausgeprägt als bei Frauen. Diese bauen aber Gesundheitsressourcen durch Bewegung schneller auf als Männer, rauchen aber auch mehr.
 
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