Details zu 10.14361/9783839454329-005

Eleonora Rohland
Corona, Klima und weiße Suprematie
Multiple Krisen oder eine?
DOI: 10.14361/9783839454329-005
 
Eleonora Rohlands Beitrag fragt danach, ob und wie die Klimakrise, die Corona-Krise und die Krise des weißen Überlegenheitsdenkens, der white supremacy, die in den USA mit dem gewaltsamen Tod des Afro-Amerikaners George Floyd am 25. Mai offen ausbrach, zusammenhängen. Die These des Beitrags ist, dass es sich beim parallelen Auftreten der drei sich auf unterschiedlichen Zeitskalen bewegenden, krisenhaften Prozesse nicht um einen Zufall handelt. Der Essay zeigt anhand der Ansätze der historischen Katastrophenforschung und der Umwelt-Verflechtungsgeschichte die über die lange Zeitdauer gewachsene Verwundbarkeit bestimmter Bevölkerungsgruppen sowohl im Kontext der Klimakrise als auch im Zusammenhang mit der Pandemie auf. In einem zweiten Schritt bettet der Beitrag die Klima- und die Corona-Krise als Teil-Krisen in den größeren Zusammenhang des Anthropozäns ein. In einem Rückgriff in die koloniale Vorgeschichte dieser neuen »Epoche des Menschen« zeigt die Autorin, wie extreme Ressourcenausbeutung und mit ihr einhergehende Naturzerstörung – als Vorbedingung für den heutigen Klimawandel und durch Zoonosen ausgelöste Pandemien – mit weißem Überlegenheitsdenken bzw. systemischem Rassismus verflochten sind.
 
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