Details zu 10.14361/9783839454329-030

Klaus Dörre
Die Corona-Pandemie
Kein Sprungbrett in eine Postwachstumsgesellschaft
DOI: 10.14361/9783839454329-030
 
Der Beitrag skizziert eine politische Ökonomie der Corona-Pandemie. In Anlehnung an Fernand Braudel betrachtet er die Seuche als einen »äußeren Stoß«, der auf Strukturen von langer Dauer verweist. Hinter Pandemie und nachfolgender Rezession verbirgt sich jedoch eine tieferliegende Krise. Diese resultiert aus dem ökonomisch-ökologischen Zangengriff, der die reichen Gesellschaften des Nordens gefangen hält. Bei der Pandemie und der sich anschließenden Rezession handelt es sich um repulsive Wirkungen einer Hyperglobalisierung, die sukzessiv ihre eigenen Voraussetzungen untergräbt. Es gibt jedoch keinen Corona-Determinismus. Spontan wird die Seuche keineswegs zu einem »Build Back Better« führen. Eine solche Weichenstellung erfordert glaubwürdige, klar umrissene Alternativen, vor allem aber soziale Kräfte und politische Akteure, die anvisierte Veränderungen durchsetzen. Mit allgemeinen Appellen an die Eliten ist deshalb nicht viel gewonnen. Der Beitrag empfiehlt stattdessen eine präzise Analyse jener Hemmnisse, die eine Nachhaltigkeitsrevolution blockieren. Er spricht sich für neue institutionelle Arrangements aus, zu denen Wirtschaftsdemokratie und Nachhaltigkeitsräte gehören sollen.
 
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