Details zu 10.14361/9783839455630-022

Michael Wood
Ein Dialog mit einigen Toten
Heiner Müller, Friedrich Wolf und die Selektion der Tradition
DOI: 10.14361/9783839455630-022
 
In diesem Aufsatz untersucht Michael Wood einen scheinbaren Widerspruch im Werk und Denken Müllers, indem er den Zusammenhang zwischen offenem Dialog und literarischen Tradition dabei näher hinsieht. Für Müller bildet der »Dialog mit den Toten« eine zentrale Stütze sowohl in seiner literarischen und dramaturgischen Praxis als auch im »universale[n] Diskurs, der nichts ausläßt und niemanden ausschließt«. Als Teil dieses Dialogs nimmt das Werk Müllers viele Bezüge auf die Ideen und Werke diverser anderen Dichter und Denker aus mannigfaltigen literarischen und intellektuellen Traditionen. Müllers Wahl ist aber selektiv. Hier erörtere ich Müllers Weiberkomödie (1969), die dank ihrer Abweichungen von unseren Erwartungen von den Werken Heiner Müllers selten besprochen wird. Anhand einer Analyse dieses Stücks neben Bürgermeister Anna von Friedrich Wolf (1950) behaupte ich, dass Weiberkomödie eine Ausgrenzung Wolfs und seiner Nachkommen aus einer Geschichte der zukunftsgestaltenden Literatur inszeniert.
 
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