Details zu 10.14361/9783839458488-003

Urs Weber
III Routine und Unsicherheit in Ritualen
Eine praxis- und systemtheoretische Perspektive
DOI: 10.14361/9783839458488-003
 
Der Beitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie Rituale durchgeführt werden, wenn nicht alle Teilnehmenden mit den erwarteten Handlungssequenzen vertraut sind. Zwar dürften rituelle Handlungen in vielen Fällen durch Routine geprägt sein, es gibt jedoch auch Rituale, die seltene Ereignisse darstellen oder deren Teilnehmende aus anderen Gründen keine Routine aufweisen. Vor diesem Hintergrund schlägt der Beitrag vor, Rituale als normativ erwartete Handlungsverkettungen zu betrachten, die im Falle von Routine reibungslos, bei Unsicherheit dagegen unter erhöhtem kommunikativen Koordinationsaufwand hergestellt werden. Anhand des empirisch beobachteten Vollzugs von daoistischen Verdienstritualen in Taiwan wird schließlich exemplarisch illustriert, wie Routine und Unsicherheit in einem Ritual kombiniert auftreten können, und wie Unsicherheit nicht zum Scheitern eines Rituals führen muss.
 
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