Details zu 10.14361/9783839459287-013

Hartmut Günther
Hermeneutik und Literaturdidaktik
DOI: 10.14361/9783839459287-013
 
Tepe präsentiert in diesem Beitrag die von ihm entwickelte kognitive Hermeneutik, eine innovative Theorie des Verstehens und der Interpretation, die nach Prinzipien empirisch-rationalen Denkens verfährt. Sie ist im Prinzip eine allgemeine Hermeneutik, wird im Buch »Kognitive Hermeneutik« aber überwiegend als literaturwissenschaftliche Hermeneutik entfaltet. Unterschieden wird zunächst zwischen zwei Grundformen: dem aneignenden und dem kognitiven Interpretieren, die beide legitim sind. Hinzu kommt das zu kritisierende projektiv-aneignende Interpretieren - die defizitäre Vereinnahmungsdeutung. Plädiert wird für eine Textwissenschaft, die primär kognitive Ziele verfolgt und die Methoden der Basis-Analyse und der Basis-Interpretation anwendet. Besteht bezogen auf einen literarischen Text ein Interpretationskonflikt, so lässt sich dieser durch eine neuartige Methode, die auf dem Konzept der Basis-Interpretation beruht, entscheiden.
 
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