Details zu 10.14361/pop-2020-090111

Paula-Irene Villa
IDENTITÄTSPOLITIK
DOI: 10.14361/pop-2020-090111
 
Identity Politics werden seit Jahren intensiv gedisst. Sie sind angeblich das Ende echter – emanzipatorischer – Politik und Ausdruck von (angeblich) postmoderner Beliebigkeit und Relativismus. Der Beitrag kritisiert diese Pseudo-Kritik und argumentiert: Identitäten sind schon lange Teil von Politik, nicht erst heute. »Identity politics« sind hier und heute so virulent geworden, weil Öffentlichkeit, Märkte, Praxen, Medien usw. nicht mehr eine Identität voraussetzen, sondern diese reflexiv zum Thema machen müssen. Es gilt jedoch, sich gegen die weit verbreitete Gleichung soziale Position = inhaltliche Position zu verwahren, ebenso aber auch gegen die Abwehr von Erfahrung, Betroffenheit, Positionalität als Element ethischer und politischer Artikulationen. Auf beide Hinsichten bezogen gilt: es sich nicht zu einfach zu machen, denn die empirischen Wirklichkeiten sind es nicht. Identity und identity politics sind vielmehr Formen, Modi und Möglichkeiten, sich mit der eigenen Positioniertheit auseinanderzusetzen.
 
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