Details zu 10.14361/zfk-2019-130107

Anne Huffschmid
Neue forensische Landschaften. Verschwundene, Suchmanöver und die Arbeit der Bilder in Mexiko
DOI: 10.14361/zfk-2019-130107
 
Das Verschwindenlassen generiert schwarze Löcher in der sozialen Imagination. Ihr Gegenstück sind die Gewaltlandschaften, die durch die Entsorgung der verschwundenen, also verschleppten und massakrierten Körper, entstehen und die durch forensisches Handeln, das hier vor dem Hintergrund der lateinamerikanischen Menschenrechtsforensik als widerständige Praxis beleuchtet wird, erst sichtbar werden. Dem Aufsatz liegt eine mehrjährige bildbasierte Forschung zu forensischen Prozessen und Landschaften in Lateinamerika zugrunde. Eine Besonderheit des zeitgenössischen Mexiko ist, dass angesichts einer diskreditierten Staatlichkeit die Gewaltbetroffenen selbst forensisch tätig werden. Wie lässt sich von diesen Räumen und grenzüberschreitenden Suchmanövern erzählen, ohne ihrer »nekrotheatralen« Wucht zu erliegen? Mit dem Handeln der Bilder in Szenarien der Entmenschlichung und den Möglichkeiten einer (counter-)forensischen Narration beschäftigt sich dieser Text.
 
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