Details zu 10.14361/zfk-2020-140204

Andreas Schmid
Deutschland im Spiegel Ostafrikas. Hans Paasches Lukanga Mukara (1912/13)
DOI: 10.14361/zfk-2020-140204
 
Andreas Schmid widmet sich in seinem Beitrag der »Forschungsreise des Afrikaners Lukanga Mukara ins innerste Deutschland« von Hans Paasche, einer Sammlung fiktiver Briefe, die in Fortsetzungen zwischen 1912 und 1913 veröffentlicht wurde. Der Beitrag zeigt erstens, wie Paasche sein ethnologisches Wissen in Stellung bringt, um eine Kritik des Deutschen Kaiserreichs aus der Perspektive der Reformbewegungen in die Außenansicht eines fremden Reisenden zu verlegen. Dabei spiegelt er den Ursprungsmythos des afrikanischen Königreichs Kitara im Gründungsmythos eines neuen Deutschlands. Zweitens beschreibt der Beitrag die Scharnierfunktion »Lukanga Mukaras« zwischen dem literarischen Genre der Persischen Briefe und der ethnografischen Feldforschung. In der »Forschungsreise« bereits angelegt ist die im Zuge dieser Hybridisierung entstandene Figur des »primitiven Philosophen«, die den Primitivismus gegen die »Modernen« selbst zurückwendet.
 
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