Details zu 10.14361/zfmw-2021-130109

Naomie Gramlich
Mediengeologisches Sorgen. Mit Otobong Nkanga gegen Ökolonialität
DOI: 10.14361/zfmw-2021-130109
 
Naomie Gramlich widmet sich den ästhetischen und materiell-semiotischen Sorgepraktiken in den Arbeiten der Künstlerin Otobong Nkanga, um mediengeologische Zusammenhänge zwischen rassistischen Ökologien und Medieninfrastrukturen hervorzuheben. Über die Videoarbeiten In Pursuit of Bling (2014) werden europäische Medieninfrastrukturen auf denen ihnen zugrundeliegenden Extraktionsprozesse von Kupfer befragt und mit Geschichte(n) und der Gegenwart der Namibischen Mine in Tsumeb verbunden, die während der Deutschen Kolonialzeit illegitim angeeignet wurde. Anhand der Denaturalisierung des Begriffs Rohstoff soll Ökolonialität nicht nur auf extraktivistischer, sondern auch epistemischer Ebene verfolgt werden. Sorge wird dabei als Spannungsmoment begriffen: als kolonial-paternalistisches Kontrollsystem von Fürsorge, als Versorgung von Infrastruktur und als antikoloniale Sorge um ökologische Ruinen und verlorene Narrative.
 
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