Details zu 10.14361/9783839447611-010

Heiner Hastedt
Hayeks Sozialphilosophie: Neoliberaler Mainstream oder Quertreiberei?
DOI: 10.14361/9783839447611-010
 
Dieter Thomäs »Philosophie des Störenfrieds« ist geprägt von der Sympathie für den Außenseiter, gerade weil er der Gegenwart zu Recht attestiert, dass sich hier zu viel Orientierung an Konsens ohne echten diesen vorbereitenden Widerstreit breit gemacht hat. Störenfriede können als Teil einer Minderheit unabhängig von der Links-Rechts-Differenz des Politischen für die gesellschaftliche Entwicklung hilfreich sein, weil sie Nachdenk- und Aktionsanlässe schaffen, die ohne sie im Mainstream untergehen. Wer jedoch als Quertreiber, Störenfried, Grenzgänger, Außenseiter oder auch als Rabauke und puer robustus gilt, hängt davon ab, in welchen Kreisen wir verkehren. In diesem Artikel erprobe ich einige Gedanken Thomäs an einem keineswegs jungen Autor, der sicher kaum einem im Kontext des Störenfrieds einfällt, weil er oft als Protagonist des Mainstreams gilt. Im links-intellektuellen Milieu wird der Sozialphilosoph Friedrich August von Hayek allgemein mit ziemlicher Heftigkeit als Ideologe abgelehnt, der den vermeintlichen Ehrentitel des Quertreibers nicht verdient. Das Urteil über ihn steht für viele fest: Neoliberal, Pinochet-Unterstützer und als chicago boy mitschuldig an den Übeln der Globalisierung. Der vorliegende Artikel versucht zu erkunden, ob Hayek diese Rolle zu Recht bekommt oder ob bei wohlwollender Lesart doch etwas positiv Grenzgängerisches in seinem Werk zu entdecken ist.
 
Leseprobe