Details zu 10.14361/9783839453568-003

Florian Remele
Mann-männliches Begehren und Sexualverhalten in mittelhochdeutschen Texten
Zur Spannung zwischen Homosexualitätsgeschichte und Queer Reading, mit einer exemplarischen Analyse des Gürtels Dietrichs von der Glezze
DOI: 10.14361/9783839453568-003
 
Mann-männliches Begehren und Sexualverhalten stellt in der (germanistischen) Mediävistik seit Langem kein vernachlässigtes Feld mehr dar, allerdings wird die Diskussion um unterschiedliche methodische Herangehensweisen noch immer kontrovers geführt. Dabei wurde zwar die Übertragung des modernen Konzepts der Homosexualität auf die Vormoderne schon häufig als anachronistisch kritisiert, doch werden bis heute nur selten methodische Konsequenzen aus diesen Einschränkungen gezogen. Dieser Beitrag stellt in kritischer Auseinandersetzung mit jüngeren Methoden – z.B. dem Queer Reading – eine Sichtweise vor, die zwischen unterschiedlichen historischen Phänomenen mann-männlichen Begehrens und Sexualverhaltens differenziert. Anhand des mittelhochdeutschen Textes ›Der Gürtel‹ Dietrichs von der Glezze soll dann der Mehrwert dieses Ansatzes für die Textinterpretation geprüft werden.
 
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