Der Diskurs um ›Wildnis‹

Von mythischen Wäldern, malerischen Orten und dynamischer Natur

Welchen Stellenwert kann ›Wildnis‹ in einer modernen Gesellschaft einnehmen? Die kontroversen Debatten, die aktuell in Mitteleuropa geführt werden, zeigen die Virulenz dieser Frage. Eine besondere Rolle spielt dabei die Akzeptanz der administrativen Ausweisung von Wildnisgebieten durch die Bevölkerung.

Gisela Kangler liefert einen neuen Ansatz, um bestehende Missverständnisse und Konflikte in Bezug auf die Naturschutzidee ›Wildnis‹ einordnen und verstehen zu können. Analysiert werden drei grundlegend unterschiedliche Auffassungen: ›unbekannte Wildnis‹, ›bestimmte Wildnis‹ und ›Ökosystem-Wildnis‹. Dabei ermöglicht es die wiederentdeckte progressive Kulturphilosophie Ernst Cassirers, die gesellschaftliche Pluralität in ihrer Mannigfaltigkeit in den Blick zu nehmen.

39,99 € *

2018-09-05, 372 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4534-1
Dateigröße: 4.58 MB

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Gisela Kangler

Gisela Kangler, Universität Kassel und Bayerisches Landesamt für Umwelt, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

›Wildnis‹ als Naturschutzidee wird aktuell sehr kontrovers verhandelt. Das Spannungsfeld bilden politische Ziele der Nationalen Biodiversitätsstrategie, Sehnsucht nach Natur in einer technisierten Welt sowie zivilgesellschaftliche Widerstände gegen administrative Ausweisungen etc. Eine missverständliche Vieldeutigkeit von Wildnis wird dabei teilweise bemerkt, jedoch oft entweder als ihr chaotischer Charakter hingenommen oder vergeblich mit einer eindimensionalen Definition zu bereinigen versucht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dieses Buch nimmt das unterschiedliche Verständnis von Wildnis in den Fokus. Differenziert werden drei aktuelle Auffassungen von Natur und Landschaft als Wildnis: mythische Wälder, malerische Orte und dynamische Natur. Diese Deutungsmuster ermöglichen ein transparentes Verständnis der aktuell wesentlichen Diskursstränge in ihren kulturellen Kontexten, Argumentationen und Wertungen. Wildnisbedeutungen konkreter Gebiete werden intersubjektiv nachvollziehbar und gesellschaftlich verhandelbar.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Wildnis wird inhaltlich und methodisch neu analysiert: Die gesellschaftliche Pluralität an Wildnisvorstellungen wird in ihrer Mannigfaltigkeit untersucht. Dazu wird eine diskursanalytische Forschungsperspektive mit Ernst Cassirers kulturphilosophischem Ansatz eingenommen. Für Naturschutz und Landschaftsplanung wird die bislang wenig beachtete kulturwissenschaftliche Perspektive weiter erschlossen – ein systematischer Beitrag zur Methodik und Begründungstheorie dieser Disziplinen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am Tisch säßen Akteure, die mit engagierten Stellungnahmen leidenschaftlich um ein konkretes Gebiet als Wildnis debattieren, sowie Vertreter von Politik und Verwaltung, die administrativ über Wildnis entscheiden, und dazu gerne Landschaftsplaner, Geografen, Raumplaner, (Umwelt)historiker, Soziologen, Künstler etc., die sich theoretisch und praktisch in Forschung oder Studium mit Natur, Landschaft und Wildnis befassen, und – zugeschaltet aus dem Jahr 1945 – der Kulturtheoretiker Cassirer.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Verschiedene Begriffe von ›Wildnis‹ werden aufgedeckt – das lässt Konflikte und Akzeptanzprobleme in aktuellen Naturschutzdebatten entschlüsseln.

Autor_in(nen)
Gisela Kangler
Buchtitel
Der Diskurs um ›Wildnis‹ Von mythischen Wäldern, malerischen Orten und dynamischer Natur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
372
ISBN
978-3-8394-4534-1
DOI
Warengruppe
1662
BIC-Code
RGC HPJ
BISAC-Code
SOC015000 PHI013000
THEMA-Code
RGC QDTJ
Erscheinungsdatum
2018-09-05
Themen
Raum, Ästhetik, Natur
Adressaten
Landschaftsökologie, Landschaftsplanung, Kulturwissenschaft, Kulturphilosophie, Raumplanung, Soziologie, Geographie sowie Praktiker_innen im Bereich Naturschutz und Nationalparks
Schlagworte
Wildnis, Naturschutz, Natur, Kontroverse, Cassirer, Raumtheorie, Kulturphilosophie, Raum, Ästhetik, Kulturgeographie, Sozialgeographie, Naturphilosophie, Geographie

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