Das Politische der Dekonstruktion

Heideggers Entpolitisierung der Politeia bei Levinas, Blanchot, Nancy und Derrida

Bis heute hält die Politische Philosophie an dem staatsphilosophischen Diktum einer in viele Staaten zerfallenden Welt fest, die stets Formen der Ausgrenzung und der Trennung hervorbringt. Ralf Rother thematisiert hingegen die Dekonstruktion des Politischen als eine Repolitisierung des politischen Denkens, indem er sich einer Diskussion um Heideggers Terminus »Mitsein« widmet, die von Levinas, Blanchot, Nancy und Derrida initiiert wurde. Im Fokus dieser Debatte steht die Frage: Wie ist ein Zusammenleben derjenigen möglich, die unter Rückgriff auf Hobbes'sche und Schmitt'sche Positionen – z.B. aufgrund unterschiedlicher Herkunft oder Feindschaft – als nicht zusammengehörig verstanden werden?

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2020-02-10, 272 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4790-7

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Ralf Rother

Ralf Rother, Wien, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In den 1980er und 1990er Jahren kam es zu einer Diskussion zwischen Levinas, Blanchot, Nancy und Derrida über die Möglichkeiten menschlichen Zusammenlebens. Wie kaum eine andere beschäftigte sie sich mit den Grundlagen der Politischen Philosophie und schloss an Heideggers Begriff des Mitseins an. Mein Anliegen ist es an die nach dem Tod Derridas in Vergessenheit geratene Diskussion zu erinnern und sie für erneute Debatten über das Politische zugänglich zu machen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Unter dem Begriff der Dekonstruktion wird zumeist eine Entpolitisierung des Politischen verstanden. Das Buch zeigt hingegen wie der klassischen Philosophie des Politischen die Entpolitisierung innewohnt, sofern sie an einer in viele Staaten zerfallenden Welt festhält. Indessen tauchte in der Diskussion zwischen Levinas, Blanchot, Nancy und Derrida die Frage nach einem Zusammenleben derjenigen auf, die nicht zusammengehören, entweder aufgrund unterschiedlicher Herkunft oder Feindschaft.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Mein Buch knüpft vor allem an US-amerikanische und französische Forschungen zur Dekonstruktion an, die sich mit Aspekten der Politischen Philosophie beschäftigen. Einerseits führt es die verstreut liegenden Untersuchungen zusammen, andererseits fokussiert es sich auf die Frage nach einer Repolitisierung des Politischen, die nicht mehr der Logik des Staates gehorcht.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mein Buch hätte ich gern mit Werner Hamacher diskutiert, dem ich viel verdanke und der mich mutmachend unterstützte. Leider ist er vor Abschluss meines Buches verstorben. Natürlich möchte ich das Buch mit jedem Leser und jeder Leserin diskutieren, die es als lesenswert erachten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es muss ein Zusammenleben geben, trotz der Fremdheit, trotz der unterschiedlichen Herkunft, trotz der Feindschaft.

Autor_in(nen)
Ralf Rother
Buchtitel
Das Politische der Dekonstruktion Heideggers Entpolitisierung der Politeia bei Levinas, Blanchot, Nancy und Derrida
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
272
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung
ISBN
978-3-8376-4790-7
DOI
10.14361/9783839447901
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPS HPC HPCF7
BISAC-Code
PHI019000 PHI016000 PHI027000
THEMA-Code
QDTS QDH QDHR7
Erscheinungsdatum
2020-02-10
Auflage
1
Themen
Politik
Adressaten
Philosophie, Politikwissenschaft, Soziologie, Kultur- und Sozialanthropologie
Schlagworte
Martin Heidegger, Mitsein, Ausgrenzung, Politische Philosophie, Dekonstruktion, Emmanuel Levinas, Maurice Blanchot, Jean-Luc Nancy, Jacques Derrida, Politik, Französische Philosophiegeschichte, Philosophiegeschichte, Philosophie

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