Literatur sehen

Vom Schau- und Erkenntniswert literarischer Originale im Museum

Literarische Werke werden in der Regel nicht betrachtet, sondern gelesen. Anders verhält es sich mit ihren Originalen, den Manuskripten und Entwürfen. Häufig kaum lesbar, widersetzen sie sich dem gewohnten Umgang mit Literatur und öffnen den Blick für die Schriftbildlichkeit, Materialität und Architektur der Texte. Ausgehend von dieser Beobachtung zeigt Sandra Potsch, welche Zugänge das Original für die Literaturvermittlung im Museum bereithält. Neben literatur-, bild- und medienwissenschaftlichen Überlegungen enthält die Studie spannende Einblicke in die Manuskripte von Friedrich Schiller, Christian Morgenstern, Franz Kafka, Walter Benjamin, Michael Ende, W.G. Sebald und Martin Mosebach.

44,99 € *

2019-09-24, 394 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4811-9

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Sandra Potsch

Sandra Potsch, Museum im Hölderlinturm Tübingen, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Literaturmuseen stehen stets vor der Herausforderung, die immateriellen Prinzipien literarischer Werke anhand materieller Zeugnisse zu zeigen und vermitteln. Mich interessierte, was aus der reinen Betrachtung dieser Manuskripte und Entwürfe tatsächlich erfahren werden kann. Dabei entdeckte ich für mich eine ganz neue Herangehensweise an die Literatur, die zugleich etwas sichtbar machte, was meist im Verborgenen bleibt: Die materielle Entstehung und künstlerische Machart literarischer Werke.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In der Beschäftigung mit dem Schau- und Erkenntniswert der Manuskripte wird ein Perspektivwechsel vorgenommen: Statt dem literarischen Text nehme ich die Oberfläche und den Schriftträger in den Blick; statt der reproduzierten Buchausgabe die originalen Entstehungszeugnisse zur Hand. Damit rücken durchaus ungewöhnliche Elemente wie die räumliche Anordnung des Textes auf dem Papier in den Mittelpunkt der Betrachtung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zeitgleich mit der Digitalisierung und den damit einhergehenden Auflösungserscheinungen geraten Aspekte wie die Materialität und Schriftbildlichkeit, Institutionen wie Museen und Archive sowie die Frage nach dem Wert des Originals verstärkt ins Visier wissenschaftlicher Auseinandersetzungen. Mein Buch reiht sich in diese Debatten mit ein und bringt Positionen aus den Kunst-, Bild- und Medienwissenschaft bzw. -philosophie in die Theorie und Praxis der Literaturwissenschaft und -vermittlung hinein.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Walter Benjamin und W.G. Sebald, deren Manuskripte für mich der Schlüssel zum Verständnis ihrer Werke waren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Sieben Originale von sieben verschiedenen Schriftstellern, die neue Zugänge zur Literatur und ihrer Vermittlung im Museum erschließen.

Autor_in(nen)
Sandra Potsch
Buchtitel
Literatur sehen Vom Schau- und Erkenntniswert literarischer Originale im Museum
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
394
Ausstattung
kart., Dispersionsbindung, 8 Farbabbildungen, 65 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4811-9
DOI
Warengruppe
1581
BIC-Code
GM DSB
BISAC-Code
ART059000 LIT000000 LIT004170
THEMA-Code
GLZ DSB
Erscheinungsdatum
2019-09-24
Auflage
1
Themen
Museum, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Museumswissenschaft, Bild- und Medienwissenschaft sowie Praktiker_innen der Literaturvermittlung im Museum
Schlagworte
Schriftbildlichkeit, Materialität, Textaufbau, Originale, Literaturmuseum, Manuskript, Entwurf, Museumspädagogik, Archiv, Museum, Literatur, Museumswissenschaft, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Kulturwissenschaft

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