Utopien der Gegenwartskunst

Geschichte und Kritik des utopischen Denkens in der Kunst nach 1989

Das Verhältnis von Kunst und Utopie ist nicht nur von zentraler Bedeutung für das Verständnis der Gegenwartskunst, sondern auch für ihre Differenz zur Kunst und Ästhetik der Moderne. Im Durchgang durch gegenwärtige Strömungen der künstlerischen Historiografien, der partizipatorischen und kollaborativen Kunst sowie Formen des künstlerischen Aktivismus zeigt Sebastian Mühl auf, dass die Auseinandersetzungen um das Erbe des utopischen Denkens maßgeblich für eine politische und ästhetische Neuorientierung der Kunst nach 1989 erscheinen. Das häufig diagnostizierte Ende der Utopie ist nicht als Ende einer Orientierung an Freiheit und Emanzipation zu verstehen. Vielmehr hält die Gegenwartskunst den

emanzipatorischen Impulsen des modernen utopischen Denkens durch eine Kritik an dessen problematischen Aspekten die Treue.

29,00 € *

2020-07-27, ca. 244 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4868-3

Erscheint voraussichtlich bis zum 27. Juli 2020

* = Preise inkl. Mehrwertsteuer und gebunden in Deutschland. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Weiterempfehlen

Sebastian Mühl

Sebastian Mühl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Österreich

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die zeitgenössische Kunst zeigt nicht nur ein anhaltendes Interesse an der Auseinandersetzung mit dem utopischen Erbe der Moderne, sie versucht auch, neue gegenwarts- und zukunftsbezogene Utopien zu imaginieren. Dabei erweist sich der Diskurs um die Utopie insgesamt als ambivalent. Er verweist auf unabgegoltene Fragestellungen und Probleme: zum Verhältnis von Utopie und Geschichte, Fortschritt und Emanzipation, Kunst und Politik sowie der Möglichkeit einer demokratischen Utopie der Gegenwart.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch versucht nachzuzeichnen, dass die Utopie bis heute ein zentraler Fluchtpunkt in den Debatten um das politisch-ästhetische Potenzial der Kunst bleibt. Andererseits scheint die Utopie ein zurecht in die Kritik geratener Topos der Moderne zu sein. Vor dem Hintergrund eines postmetaphysischen Denkens der Gegenwart wird mit und gegen die künstlerischen Praktiken argumentiert, dass Fortschritt und Emanzipation – in der Kunst und in der Politik – postutopisch verstanden werden sollten: Im Zeichen einer Treue gegenüber der Moderne durch Kritik.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Diskurse diagnostizieren häufig einen Mangel und zugleich die Notwendigkeit von neuen Utopien, während das Thema in den Kunstwissenschaften und im Blick auf die zeitgenössische Kunst eher ambivalent verhandelt wird. Mitunter scheint der Anrufung der Utopie ein unscharfes Verständnis der politischen und ästhetischen Implikationen des Utopiebegriffs zugrunde zu liegen. Diesem Defizit versucht das Buch zu begegnen, indem es die Utopie systematisch vor dem Hintergrund konkreter künstlerischer Strömungen (Partizipationskunst, Formalismus, Historiografien) diskutiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Buch richtet sich an ein akademisches Publikum aus den Bereichen der Kunstwissenschaft und Kunsttheorie, versteht sich aber auch als Intervention in die Debatten der Gegenwartskunst. Neben Kunst- und Kulturwissenschaftlern sowie Kunsttheoretikern ist das Buch daher auch für Künstler gedacht, ebenso wie für ein breiteres kunstinteressiertes Publikum.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Im Namen einer am Projekt von Emanzipation und Fortschritt interessierten Gegenwartskunst sollte die Kunst ihren utopischen Anspruch verabschieden – für ein politisch und ästhetisch aufgeklärtes Verständnis ihrer politischen Funktion.

Autor_in(nen)
Sebastian Mühl
Buchtitel
Utopien der Gegenwartskunst Geschichte und Kritik des utopischen Denkens in der Kunst nach 1989
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
ca. 244
Ausstattung
kart., Klebebindung, 20 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-4868-3
Warengruppe
1582
BIC-Code
ACX ABA
BISAC-Code
ART037000
THEMA-Code
AGA ABA
Erscheinungsdatum
2020-07-27
Auflage
1
Themen
Ästhetik, Kunst
Adressaten
Kunstwissenschaft, Bildwissenschaft, Zeitgenössische Kunstgeschichte, Philosophie, Ästhetik, Politische Theorie, Visual Culture Studies, Kunstkritik
Schlagworte
Gegenwartskunst, Utopie, Kritische Theorie, Demokratietheorie, Politische Ästhetik, Modernerezeption, Historiografien, Partizipation, Politische Kunst, Kunst, Kunstgeschichte des 21. Jahrhunderts, Kunsttheorie, Ästhetik, Kunstwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung